Apfelessig Anwendungen
Erkältung und leichtes Fieber
Über viele Generationen hinweg haben sich »Großmutterrezepte« erhalten, auch solche, die uns heute vielleicht kurios anmuten. Doch auch eine Reihe dieser Heilmethoden kann durchaus eine günstige Wirkung entfalten. Man muss sie nur einfach einmal ausprobieren.
Pfeffer auf Apfelessigpapier
Um eine Erkältung loszuwerden – so wird in einem alten Hausrezept empfohlen – solle man ein Blatt braunes Packpapier etwa im Format 20 mal 20 Zentimeter in Apfelessig tauchen. Sobald sich das Papier vollgesogen hat, streut man etwas Pfeffer darüber und bindet es mit Stoffstreifen auf die Brust, wobei die gepfefferte Seite auf die Haut zu liegen kommt. Den Wickel nach 20 Minuten abnehmen, und die Brust anschließend waschen. Dabei ist aber sorgfältig darauf zu achten, dass man sich nicht verkühlt.
Wadenwickel
Weniger kurios sind kalte Wadenwickel mit Essigwasser. Sie wirken bei Erkältungen erwiesenermaßen fiebersenkend und werden oft von Ärzten empfohlen. Allerdings sollte man sie nur anwenden, wenn es dem Kranken wohlig warm ist.
Anwendung: Mischen Sie 3/4 1 Wasser mit 1/4 1 Obstessig und tauchen Sie zwei Leinentücher hinein. Wringen Sie die Tücher aus, und wickeln Sie um jede Wade ein Tuch. Darüber kommt ein Frottiertuch. Dann sollten Sie den Patienten warm einpacken. Wenn der Wickel trocken ist, den Vorgang wiederholen.
Essigsocken
Fiebersenkend wirken Essigumschläge an den Füßen. Anwendung: Tauchen Sie Baumwollsocken in Essigwasser, wringen Sie sie aus, und ziehen Sie sie an. Darüber ein Handtuch wickeln und warm eingepackt ruhen. Bei sehr starkem Fieber sollten Sie die Socken in puren Apfelessig tauchen. Wirkung: fiebersenkend.
Erschöpfung
Jeder durchlebt einmal Phasen, in denen er erschöpft und abgespannt ist. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man eine größere Leistung vollbracht hat. Solche Tiefs sind absolut normal; man benötigt dann eine Pause, in der man neue Kräfte sammelt.
Problematisch ist aber, dass in einer Zeit der Erschöpfung die Abwehr-kräfte geschwächt sind und man anfälliger für Krankheiten ist. In einer Regenerationsphase oder auch im Stadium der Genesung nach einer längeren, kräftezehrenden Krankheit ist es deshalb sehr zu empfehlen, zur Unterstützung der Abwehrkräfte kurmäßig jeden Morgen den Apfelessigtrank einzunehmen.
Anwendung: 2 TL Apfelessig, 1 TL Honig auf 1 Glas Wasser; 4 bis 6 Wochen morgens nach dem Aufstehen trinken. Wirkung: Stärkt die Abwehrkräfte, regt den Stoffwechsel an, bekämpft eindringende Krankheitserreger.
Machen Sie darüber hinaus öfter eine belebende Massage mit Apfelessig. Damit können Sie die Durchblutung fördern. Das gibt neue Energie, beispielsweise nach einem erschöpfenden Körpertraining oder nach geistiger Anstrengung. Die Apfelessigmassage ist auch ein hervorragendes, natürliches Hautpflegemittel und strafft, über einen längeren Zeitraum angewandt, erschlaffte Haut.
Frauenbeschwerden
Wer unter Ausfluss leidet, kann es mit einer Scheidenspülung mit Apfelessig versuchen.
Anwendung: 3 EL Apfelessig in 2 Liter warmes Wasser geben und täglich eine Spülung machen, solange der Ausfluss andauert. Später genügt zur Vorbeugung eine Spülung pro Woche. Wirkung: antiseptisch.
Fußpilz
Um lästigen Fußpilz loszuwerden, betupfen Sie die betroffenen Stellen mehrmals täglich sowie abends vor dem Schlafengehen mit unverdünntem Apfelessig. Wichtig ist auch, dass Sie die Socken (aus Naturfasern), die Sie tagsüber getragen haben, abends 1/2 Stunde in Essigwasser (1 Teil Essig, 4 Teile Wasser) einweichen, ehe Sie sie waschen. Wirkung: keimtötend.
Rosmarin
Rosmarinus officinalis – Lippenblütler (auch Gedenkemein, Hochzeitskraut, Meertau, Rosemarie)
Botanisches: Dieser immergrüne und mehrjährige Halbstrauch stammt aus dem Mittelmeerraum. Er wird 50 bis 200 cm hoch und besitzt nadelartige, 2 bis 3 cm lange und 4 mm breite Blätter. Im Frühjahr erscheinen in den Blattachseln die blassblauen, rosa oder weißen Blüten.
Inhaltsstoffe: Reichlich ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe, Harz und Säuren
Anbau: Rosmarin ist in unseren Breiten nur in Gebieten mit mildem Weinbauklima winterhart. Da Rosmarin sehr langsam wächst, empfiehlt es sich nicht, ihn aus Samen zu ziehen. Es ist sinnvoller, eine Jungpflanze in einer Baumschule zu kaufen oder ihn im späten Frühjahr bzw. frühen Herbst durch Stecklinge zu vermehren. Dafür stecken Sie 10 cm lange Triebe in eine Mischung aus 2 Teilen grobem Sand und 1 Teil Anzuchterde.
Rosmarin braucht einen vollsonnigen Standort mit lockerem, humosem Boden. Kleinere Pflanzen holt man vor den ersten Nachtfrösten ins Haus und überwintert sie hell und kühl bei mäßigem Gießen. Ältere ausgepflanzte Exemplare benötigen im Wurzelbereich einen Winterschutz. Rosmarin wird mit reichlich Kompost gedüngt und erhält eine organische Düngung im Frühsommer. Düngen Sie ab August nicht mehr, damit das Holz ausreifen kann.
Ernte: Triebspitzen oder einzelne Nadeln können ganzjährig geerntet werden.
Verwendung: Von alters her schrieb man Rosmarin, dem an Duft wohl nur noch der Lavendel gleichkommt, viele kräftigende und heilende Eigenschaften zu. Wegen seines belebenden Duftes gilt er als Stärkungsmittel für das Gedächtnis. Weiterhin steht er für Treue in Liebe und Ehe. Im bäuerlichen Brauchtum wurde er als immergrüne Zierde bei Hochzeiten und kirchlichen Festen in Kränze oder Sträuße gebunden. Wie viele andere Heilpflanzen gelangte auch er über die Klostergärten zu uns.
Rosmarin hilft bei Blähungen, Verdauungsstörungen, Völlegefühl und regt den Appetit an. Doch ist er bei übermäßigem Gebrauch nicht unbedenklich, da er Magen und Darm reizen kann. Schwangere sollten ihn deshalb ganz meiden. Rosmarin wirkt anregend, kräftigend und nervenstärkend. Bei niedrigem Blutdruck und Schwächezuständen hilft Rosmarintee. Überbrühen Sie dafür 1 Teelöffel getrocknete Rosmarinnadeln mit kochendem Wasser, lassen 15 Minuten ziehen und filtern dann durch ein Teesieb ab.
Verspannungen, Sportverletzungen oder rheumatischen Beschwerden lindern Einreibungen mit Rosmarinspiritus. Zur Herstellung benötigen Sie 30 g getrockneten Rosmarin und 500 ml 70-prozentigen Alkohol. Dann wie im Grundrezept beschrieben fortfahren. Der Ansatz muss mindestens 4 Wochen an einem sonnigen Platz durchziehen. Bewahren Sie den fertigen Spiritus in einer dunklen Flasche auf.
Aufgrund seines starken Eigengeschmacks wird frischer oder getrockneter Rosmarin in der Küche nur sehr sparsam eingesetzt. Er wird mitgekocht und passt gut zu italienischen Gerichten, Hähnchen, Schweinebraten, Lamm, Tomatensuppe, Eintöpfen und gegrilltem Fleisch.
Rosmarinbad
Ein Rosmarinbad belebt und regt den Kreislauf an. Allerdings ist es am Abend nicht empfehlenswert, da man anschließend nur schlecht Schlaf findet.
♦ 50 bis 60 g Rosmarinnadeln, 1 l Wasser. Übergießen Sie die Rosmarinnadeln in einem Topf mit dem Wasser. Dann bringen Sie die Flüssigkeit zum Sieden, lassen 10 Minuten ziehen und filtern ab. Gießen Sie den Extrakt ins Badewasser.
Die Inhaltsstoffe der Zitrone
In der Volksmedizin werden Zitronen seit jeher gegen ein breites Spektrum von Krankheiten eingesetzt. Verwendung finden dabei verschiedene Bestandteile der Früchte: das Fruchtfleisch, der Saft, die Schalen und das darin enthaltene ätherische Öl.
Das Fruchtfleisch einer Zitrone enthält viele lebenswichtige Nährstoffe. Diese Substanzen finden sich auch in leicht verringerter Konzentration im Saft. Vitamin C löst sich mit dem Saft zu über 90 Prozent aus der Frucht, Kalzium zu etwa zwei Dritteln seines Gehalts, Eisen hingegen nur zu rund einem Drittel. In den vollständigen Genuss der wertvollen Inhaltsstoffe kommt man dann, wenn das Fruchtfleisch gegessen wird. Auch wenn’s anfangs sehr sauer schmeckt, gewöhnen sich die Geschmacksnerven relativ rasch daran, und nach einigen Tagen finden die meisten Menschen nicht mehr viel dabei, rohe Zitronen zu verzehren. Die Tabelle zeigt, was alles im Fruchtfleisch einer gut 100 Gramm schweren Zitrone steckt.
| So viel steckt in nur einer Zitrone | |
| ► 90 g Wasser | ► 30 mg Magnesium |
| ► 3,2 g Kohlenhydrate | ► 16 mg Phosphor |
| ► 1,2 g Ballaststoffe | ► 11 mg Kalzium |
| ► 0,7 g Eiweiß | ► 3 mg Natrium |
| ► 0,6 g Fett | ► 450 ug Eisen |
| ► 150 mg Kalium | ► 270 ug Pantothensäure |
| ► 55 mg Vitamin C | ► 170 ug Niazin |
Die Zitrone im Laborversuch
Zwei Universitätsstudien kamen vor kurzem zu verblüffenden Ergebnissen in Bezug auf die Heilkräfte der Zitrone, was deren praktischen Nutzen untermauert und nahelegt:
► Wissenschaftler des Instituts für Pharmazie und Biochemie der Universität von Buenos Aires/Argentinien waren auf der Suche nach einem natürlichen Desinfektionsmittel für mit Cholerabakterien (Vibrio cholerae) verseuchtes Trinkwasser. Als ideales Mittel erwies sich Zitronensaft. Die Cholerabakterien im Trinkwasser starben ab, sobald – im Verhältnis zur gesamten Menge des Wassers – zwei Prozent frischer Zitronensaft zugesetzt wurde. Nach 30 Minuten Einwirkzeit war das Trinkwasser bakterienfrei.
► Eine ähnliche Empfehlung sprach der epidemiologische Dienst des Gesundheitsministeriums von Guinea-Bissau in Westafrika während einer Choleraepidemie im Oktober 1994 aus. Die Arzte rieten, zur Vorbeugung gegen eine Cholerainfektion, den Speisen Zitronensaft beizumischen und zur Speisezubereitung möglichst reichlich Zitronen zu verwenden.
Die Lehre von den Doshas im Ayurveda
Jeder Mensch reagiert anders auf ein und denselben äußeren Einflussfaktor. Wie er beispielsweise Klima, Nahrung, Medikamente, Stress oder andere Lebensumstände verträgt, hängt von seiner inneren Natur, seinem Temperament, Charakter und Körperbau ab. Diese Zusammenhänge zu berücksichtigen, gehört zu den Kernpunkten des Ayurveda.
Menschentypen, Körper, Charaktere
Drei Menschen mit unterschiedlichem Körperbau und Temperament unternehmen an einem heißen Sommertag einen gemeinsamen Spaziergang: Der eine ist schlank, fast hager, nervös, er redet schnell und viel. Der andere ist kräftig, vielleicht etwas rundlich und hat ein ausgeglichenes Naturell. Der dritte hingegen ist recht gesprächig, er verfügt über eine mittlere Statur und ein hitziges Gemüt.
Wie würden Sie reagieren?
Vielleicht finden Sie sich in einem dieser drei Charaktere und Körpertypen wieder, so dass Sie die folgende Frage leicht beantworten können: »Wie verhalten und fühlen Sie sich in dieser Situation? « Können Sie sich vorstellen, dass alle drei trotz großer Hitze den Ausflug genießen, oder reagiert wohl jeder unterschiedlich auf Sonne und Hitze? Gehören Sie zum ersten Typ, der sich im warmen Sonnenschein so richtig wohlfühlt und trotzdem durch körperliche Anstrengung leicht erschöpft ist?
Oder kommen Sie zwar ins Schwitzen, fühlen sich aber ansonsten recht gut? So würde der zweite Typ reagieren. Vielleicht gehören Sie aber eher zum dritten Menschentyp, der sich in der Hitze überhaupt nicht wohlfühlt und nur nach einem schattigen Plätzchen Ausschau hält? Der Ayurveda geht davon aus, dass die individuelle Konstitution und die momentane Befindlichkeit darüber entscheiden, wie wir auf äußere Einflüsse körperlich, geistig und seelisch reagieren. Denn jeder Mensch ist von seinem Wesen und von seiner körperlichen Verfassung her einzigartig, und nicht alles, was dem einen guttut, ist auch für den anderen das Maß aller Dinge.
Doch wie kommt es nun dazu, dass wir so unterschiedlich auf ein und denselben Auslöser reagieren? Dazu liefert uns der Ayurveda ein umfassendes, detailliertes Erklärungsmodell. Lassen Sie sich nun in die Gedankenwelt des Ayurveda entführen: Es ist eine Reise ins Unbekannte und doch Vertraute. Unterwegs werden Sie einige Aha-Erlebnisse haben, und am Ende dieser Reise werden Sie feststellen, dass Sie Ihrer eigenen Natur ein Stück nähergekommen sind.
Die fünf Bausteine des Lebens
Alles Lebendige auf unserem Planeten setzt sich aus fünf Elementen zusammen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther (Raum). Diese fünf Elemente werden im Ayurveda als die »Bausteine des Seins« bezeichnet. Sie enthalten die geballte Intelligenz unserer Natur, und sie formen den Aufbau unserer materiellen Welt. Sie machen uns zu dem, was wir sind, nämlich lebende Organismen, die nach einem inneren Plan, einer tiefverwurzelten Information aufgebaut sind: Es ist die intelligente Ursubstanz, die die Entwicklung jeder Zelle unseres Körpers steuert. Stellen Sie sich das Element Erde als Substanz vor, das Element Wasser als Flüssigkeit, das Element Feuer als Energie, das Element Luft als Beweglichkeit und das Element Äther als Raum, der die Materie umgibt.
Fünf Elemente bilden drei Bioenergien
Diese fünf Bausteine werden im Ayurveda zu drei »Lebens-« oder »Bioenergien« zusammengefasst: Äther und Luft bilden das Prinzip der Bewegung, Feuer und Wasser das Prinzip der Umwandlung und Erde und Wasser das Prinzip der Formgebung, also der Struktur.
Die ayurvedischen Bezeichnungen für diese drei Lebensenergien lauten »Vata«, »Pitta« und »Kapha«.
Die Tridosha-Lehre
Bedeutung und Funktion dieser drei bioenergetischen Kräfte werden in der Tridosha-Lehre, dem Kernstück des Ayurveda, erklärt. Demnach sind in jedem lebenden Organismus drei unsichtbare, miteinander verbundene Energien vorhanden, die regulieren und wirken. Sie bestimmen die äußere Form wie auch die innere Funktion.
Auf den Menschen bezogen heißt das, unser Leben, unsere körperlich-seelische Gesundheit und unser Wesen werden von der Zusammensetzung und vom Zusammenwirken dieser drei feinstofflichen Energien bestimmt.
Die Energie Vata: Alles ist in Bewegung
Durch Äther und Luft entsteht Vata, ein Dosha, das für das Lebensprinzip »Bewegung, Fluss und Antrieb« steht. Die Eigenschaften beider Elemente lassen sich am ehesten mit durchdringend, beweglich, flink, leicht, rau, trocken und kalt umschreiben. In der Natur wird Vata auch mit dem Wind gleichgesetzt.
In unserem Körper steuert die Vata-Energie alles, was für die Bewegungen des Körpers und Geistes, der Sinne und Ausscheidungsvorgänge verantwortlich ist. Vata ist das »Königs-Dosha«, da es die reine Lebensenergie repräsentiert und die beiden anderen Doshas, Pitta und Kapha, in Bewegung bringt. Die Kraft von Vata regt unsere Psyche an, sie reguliert die Atmung und bewirkt Aktivität.
Die Energie Pitta: Alles wird umgewandelt
Das Pitta-Dosha setzt sich aus Feuer und Wasser zusammen. Dabei kommt hauptsächlich die Kraft des Elements Feuer zum Tragen, das Wasserelement übt nur geringen Einfluss aus. Prinzipiell hat Feuer die Eigenschaft, Materie zu verändern, indem es brennbare Stoffe umgestaltet. Feuer erzeugt auch Hitze, seine Flammen sind lebhaft, leicht, durchdringend, trocken und klar.
Aufgrund dieser Eigenschaften ist Pitta in unserem Körper für alle Reaktionen zuständig, bei denen Wärme entsteht. Außerdem wirkt es verbrennend und verdauend, es erhält die Körperwärme und versorgt die einzelnen Körperteile. Sämtliche Verdauungs- und Stoffwechselvorgänge werden von diesem Dosha gesteuert. Pitta wird auch als die »Stoßkraft des Lebens« bezeichnet, da es den Intellekt schärft, die Begeisterungsfähigkeit anregt und die Zielstrebigkeit eines Menschen fördert.
Die Energie Kapha: Alles hat eine Struktur
Die Kombination Wasser und Erde ergibt das Kapha-Dosha, weshalb es sowohl wässrige als auch erdhafte Eigenschaften besitzt. Die Wirkungsweise des Wassers besteht darin, den Körper feucht und dicht zu machen sowie seine flüssigen Bestandteile im Fluss zu halten. Seine Eigenschaften sind dicht, schwer, weich, träge, fließend, feucht und kalt.
Die Wirkungsweise des Elements Erde ist es, den Körper fest, stark, schwer und hart zu machen. Zusammengefasst ergeben sich für das Kapha-Dosha folgende charakteristische Merkmale: schwer, ölig, langsam, kalt, stabil, fest und träge. Auf den Körper bezogen wirkt die Kapha-Energie formgebend und strukturierend. Kapha ist sowohl für den Zell- als auch für den Skelettaufbau verantwortlich. Es gibt dem Körper Stabilität und Festigkeit und verleiht ihm gleichzeitig seine Geschmeidigkeit. Während die anderen beiden Doshas – Vata und Pitta – unseren Lebensmotor in Gang setzen und anheizen, sorgt Kapha dafür, dass wir mit unseren Lebensenergien maß- und haushalten. Als Strukturprinzip steht es für psychophysische Stabilität und Beständigkeit. Es stellt Reserven bereit, die dem Körper und der Seele Kraft und Ausdauer verleihen.
Wie die drei Kräfte das Leben beeinflussen
Kommen wir nun wieder auf die Frage zurück: Warum reagieren Menschen auf ein und denselben Auslöser unterschiedlich? Mit Hilfe der bisherigen Ausführungen kommen wir der Beantwortung dieser Frage nun schon ein wenig näher. Der Ayurveda geht davon aus, dass die drei bioenergetischen Kräfte Vata, Pitta und Kapha in jedem Menschen vorhanden und wirksam sind. Sie bestimmen unseren Gesundheitszustand und unsere äußere Erscheinung ebenso wie unsere geistigen Fähigkeiten und unser persönliches Seelenmuster. Sie sind das »Lebensgarn, aus dem wir gestrickt« sind. Da jeder Mensch mit einem individuellen Strickmuster, einem persönlichen Dosha-Programm, auf die Welt gekommen ist, reagieren die feinen Antennen auch mit unterschiedlicher Intensität auf äußere Faktoren, auf Sinneseinflüsse und Nahrung.
Die Lösung des Rätsels
Es wird deutlich, warum sich Typ III, in dessen Physis eindeutig das Element Feuer vorherrscht, an einem heißen Sommertag im Freien nicht sonderlich wohlfühlt. Da er selbst so viel Hitze in sich hat, verlangt seine Natur nach Ausgleich, also nach Schatten und Kühle. Körper und Seele reagieren mit Unwohlsein, Unbehagen und Widerwillen auf das Überangebot an »artverwandter« Pitta-Energie. Da »kalt« eine grundlegende Eigenschaft von Vata und Kapha ist, fühlen sich Typ I und II bei Wärme und Hitze sehr wohl, weil für sie der Ausgleich geschaffen wurde. Viele Vata- und Kapha-Naturen zieht es deshalb im Urlaub mehr in südliche Regionen, während Pitta-Menschen eher den kühlen Norden als Reiseziel bevorzugen. Diese intuitiven Vorlieben für bestimmte Klimabedingungen, Jahreszeiten oder Landschaftsformen sind ein sicheres Signal dafür, dass die natürlichen Regulationsmechanismen Ihres Körpers funktionieren.
Die überwiegende Zahl von Durchblutungsstörungen treten in den Beinen auf. Über zehn Prozent der Männer über 50 Jahre haben Durchblutungsstörungen in den Beinen. Frauen sind davon etwa nur halb so oft betroffen, in der medizinischen Fachsprache nennt sich diese Form der Durchblutungsstörung periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK).
Symptome
Die Erkrankung wird gemeinhin auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet, weil die betroffenen Personen aufgrund der Schmerzen in den Beinen öfter stehen bleiben und, um die Situation zu überspielen, sich die Schaufensterauslagen ansehen. Ein erstes Warnsignal bei der Schaufensterkrankheit sind Wadenschmerzen beim Gehen; sie fühlen sich etwa so an wie ein Muskelkater. Diese Schmerzen nehmen mit der Zeit so stark zu, dass die Betroffenen schließlich nur noch wenige Meter weit gehen können und auch im Ruhezustand Schmerzen haben.
Die Ursachen
Ursache für eine PAVK ist fast immer ein arteriosklerotischer Prozess. Der Hauptrisikofaktor für die PAVK ist das Rauchen, weshalb der Volksmund auch von einem Raucherbein spricht. Einen negativen Einfluss besitzen bei allen Arten von Durchblutungsstörungen die folgenden Risikofaktoren: Bluthochdruck, dauerhaft erhöhte Blutfettwerte und ein stark erhöhter Cholesterinspiegel sowie übermäßiger Alkoholkonsum. Oft spielt auch eine bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) eine wichtige Rolle.
Rezepte aus der Bienenapotheke
Vorbeugen mit Honig und Gelee royale
Am besten ist es, Sie beugen einer Durchblutungsstörung durch eine Anwendung mit Gelee royale und Honig vor. Nehmen Sie dazu morgens und abends jeweils 2 Teelöffel mit einem Gelee-royale-Honig. Sinnvoll und gleichzeitig schmackhaft ist es, wenn Sie den Honig zusammen mit Milchprodukten wie etwa einem Müsli verspeisen. Sie können auch jeweils 100 Milligramm Gelee royale mit 2 Teelöffeln Blütenhonig selbst mischen. Unterstützen können Sie diese Anwendung mit der Einnahme von 20 Gramm Pollen, den Sie auch auf 2 Mahlzeiten verteilt zu sich nehmen sollten.
Laufen, laufen, laufen …
Die wichtigste Therapie, die Ihnen der Arzt bei PAVK verordnen wird, ist ein Gehtraining. Dieses Training sollten Sie in der Regel wie folgt gestalten:
• Gehen Sie in kleinen, schnellen Schritten (etwa 6o bis 90 Schritte in der Minute) so lange, bis Sie Schmerzen verspüren.
• Machen Sie dann eine kurze Pause; dehnen Sie dabei Ihre Wadenmuskulatur, indem Sie ein Bein leicht nach hinten strecken und mit der Ferse vorsichtig Richtung Boden zu kommen versuchen.
• Wenn die Schmerzen weg sind, fangen Sie wieder mit dem schnellen Gehen an. Anschließend dehnen Sie wieder beide Beine.
• Diesen Trainingsablauf wiederholen Sie so oft, dass Sie (mit Pausen) auf eine Trainingszeit von 20 Minuten kommen. Sie sollten mindestens zweimal (besser dreimal) am Tag trainieren.
Konzentrationsprobleme
Eine Vielzahl von Menschen hat in der heutigen Zeit Konzentrationsprobleme. Die Betroffenen können sich nicht oder nur sehr schwer auf bestimmte Inhalte oder eine Sache konzentrieren. Sie springen von einem Gedanken zum nächsten und kommen deshalb beispielsweise in der Arbeit zu keinem vernünftigen Ergebnis. Grund dafür ist oft eine ungesunde Lebensweise (Alkohol, Nikotin, fettes Essen, wenig Bewegung) und die dadurch bedingte Mangelversorgung des Gehirns mit Sauerstoff.
Gedächtnisstörungen
Eine längerfristig schlechte Durchblutung des Gehirns kann langfristig Vergesslichkeit und Gedächtnisschwund (senile Demenz) verursachen. Das Gehirn erhält wegen der Durchblutungsstörung zu wenig Nährstoffe und vor allem zu wenig Sauerstoff. Die Folge davon ist, dass immer mehr Gehirn- und Nervenzellen absterben.
Ziellosigkeit
Im geistig-seelischen Bereich führen Interesse- und Lustlosigkeit, Motivationsprobleme und Ziellosigkeit dazu, sich mehr und mehr von anderen Menschen und der Außenwelt abzukapseln. Es kann deshalb im Extremfall zu einem absoluten Desinteresse am aktuellen Geschehen und zu einer immer größeren Vereinsamung dieser Personen kommen. Ein Mangel an Kommunikation mit anderen Menschen und an aktiven Reizen von außen sind jedoch für das Gedächtnis genauso schädlich wie eine Reizüberflutung mit Bildern und Informationen.
Rezepte aus der Bienenapotheke
Pollen und Gelee royale als Gehirnnahrung
Um die Konzentrationsfähigkeit zu steigern und das Gedächtnis zu verbessern, empfiehlt sich eine Kur mit Pollen und Gelee royale. Dabei nehmen Sie 3-mal täglich 5 bis 10 Gramm Pollenpulver in Fruchtsaft oder Wasser ein. Zusätzlich nehmen Sie täglich etwas Gelee royale in einer Mischung mit Honig auf. Eine ideale Kombination ist etwa ein Vollkornmüsli mit 2 Teelöffeln Gelee-royale-Honig. Diese Anwendung können Sie auch ohne weiteres langfristig durchführen.
Rosmarintee mit Gelee-royale-Honig
Eine Kombination aus Rosmarin, Gelee royale und Honig regt die geistige Leistungsfähigkeit an. Geben Sie hierzu in eine nicht zu heiße Tasse Rosmarintee (bis 40 °C) – damit die Wirkstoffe im Honig nicht zerstört werden -1 Teelöffel Gelee-royale-Honig.
Gehirnjogging
Um Ihr Gedächtnis und Ihre Konzentrationsfähigkeit fit zu halten, sollten Sie Denkgymnastik betreiben. Nicht nur Ihr Körper benötigt ein regelmäßiges Training. Um nicht geistig einzurosten, sollten Sie auch Ihren Geist öfter belasten, damit er nicht nachlässt. Sie können beispielsweise Knobeln oder knifflige Denksportaufgaben lösen, Kreuzworträtsel ausfüllen oder sich im meisterlichen Schach versuchen. Sie können diese Spiele und Aufgaben auch allein durchführen; besser wäre es jedoch, sie mit anderen Menschen zusammen zu machen, denn auch Kommunikation fördert die Denkfähigkeit.
Kräutertees
Eine der ältesten Formen der Pflanzenheilkunde, mit der man leichtere Alltagsbeschwerden behandelt, ist die Teezubereitung aus Heilpflanzen. In der Fachsprache heißen solche Pflanzen auch Drogen. Dieser Begriff hat nichts mit Rauschgift zu tun, sondern ist die Bezeichnung für heilkräftige tierische oder pflanzliche Rohstoffe.
Bei Teezubereitungen aus Heilpflanzen darf man nie vergessen, dass es sich um hoch wirksame Arzneimittel handelt. Für den Dauergebrauch sind sie nicht geeignet. Doch zeigen Pflanzen ihre Wirkung nicht sofort. Daher verschwinden die Beschwerden auch nicht gleich nach einer Tasse Tee.
Für einen Haustee, also ein Getränk für jeden Tag, verwendet man Drogen, die keine ausgeprägte arzneiliche Wirkung haben. Pfefferminze eignet sich beispielsweise nicht für den Dauergebrauch. Sie ist eine Heilpflanze und auch als solche anzuwenden. Pfefferminztee wird nur so lange verabreicht, wie es erforderlich ist.
Teemischungen, die Pfefferminzblätter in kleinen Mengen aus geschmacklichen Gründen enthalten, können auch einmal über einen längeren Zeitraum getrunken werden. Tee, den Sie selbst aus Heilpflanzen herstellen, in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen, ist nicht mit einem Tee aus dem Supermarkt vergleichbar. Der Wirkstoffgehalt des Supermarktprodukts ist meist um ein Vielfaches geringer, wenn überhaupt vorhanden.
Heilkräutertee können Sie aus getrockneten Drogen oder aus frischen Pflanzenteilen zubereiten. Bei frischen Heilpflanzen ist die Wirkstoffkonzentration nicht so hoch wie bei getrockneten. Verwenden Sie daher ruhig die doppelte Menge, wenn nicht anders im Rezept angegeben. Getrocknete Pflanzen haben den Vorteil, dass sie bei Bedarf sofort zur Hand sind. Zudem sind sie lagerfähig und stehen auch in den Monaten zur Verfügung, wenn keine frischen Kräuter wachsen. Wie Sie die Pflanzen richtig lagern, lesen Sie im Abschnitt Fachmännisch aufbewahren.
Die Heilwirkung der Kräuter hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören Standort, Lichtverhältnisse und Klima, aber auch die verwendeten Pflanzenteile. Bei einem heilenden Kräutertee ist es nicht gleichgültig, ob er aus Blüten, Blättern oder Wurzeln hergestellt wird. Der Wirkstoffgehalt ist nicht in jedem Pflanzenteil gleich, manchmal steckt er gar nur in bestimmten Pflanzenteilen.
Bei der Zubereitung des Tees kommt es darauf an, ob er mit heißem Wasser aufgekocht, nur Übergossen oder durch Extraktion mit kaltem Wasser hergestellt wird. Kocht man eine Pflanzenart, deren Hauptwirkstoffe ätherische Öle sind, zum Beispiel Kamillenblüten oder Salbeiblätter, so verflüchtigt sich der größte Teil des ätherischen Öles und der Tee zeigt kaum Wirkung. Solche Heilkräuter übergießt man deshalb nur mit siedendem Wasser und deckt die Tasse ab. So können die ätherischen Öle ihre volle Wirkung entfalten. Die häufigste Form der Teezubereitung ist der Aufguss. Dafür übergießen Sie die klein geschnitten Pflanzenteile mit nicht mehr kochendem Wasser. Jetzt decken Sie das Gefäß ab, lassen die Arzneipflanzen etwa 5 bis 10 Minuten ziehen und filtern dann durch ein Teesieb ab. Rechnen Sie pro Tasse Tee 150 ml Wasser. Früchte, die ätherische Öle enthalten, wie Anis, Fenchel oder Kümmel, werden im Mörser gequetscht oder mit einem Messer leicht aufgedrückt, bevor man sie mit heißem Wasser übergießt.
Eine wichtige Rolle spielt noch, wann und wie Sie den Tee trinken. Ein appetitanregender Tee entfaltet seine Wirkung natürlich nur vor dem Essen, während ein Verdauungstee erst nach dem Essen getrunken wird. Die beste Zeit für einen harntreibenden Tee ist zwischen den Mahlzeiten und für einen Schlaftee etwa 30 Minuten vor dem Schlafengehen, am besten auf der Bettkante. Kräutertees werden langsam Schluck für Schluck getrunken, damit sich ihre wohltuende Wirkung voll entfalten kann.
Heilkräuter gegen Husten
Bei leichtem Husten ohne stärkere Brustbeschwerden, wie er als Begleiterscheinung von Erkältungskrankheiten auftritt, helfen Thymian, Spitzwegerich, Eibisch, Königskerze, Schlüsselblume und Huflattich. Den Dauergebrauch von Huflattich sollten Sie wegen möglicher Leberschädigungen allerdings vermeiden.
Bewährt hat sich folgender Hustentee: Mischen Sie Huflattich, Spitzwegerich und Thymian zu gleichen Teilen. Überbrühen Sie pro Tasse 1 Teelöffel der Kräutermischung mit heißem Wasser und decken die Tasse ab. Lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen und filtern dann ab. Süßen Sie den Hustentee nach Geschmack noch mit etwas Honig.
Dauert der Husten länger oder sitzt er auf der Brust fest, sollten Sie einen Arzt zurate ziehen.
Heilkräutergegen Halsschmerzen
Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind die typischen Begleiterscheinungen von Erkältungskrankheiten, die durch Virusinfektionen hervorgerufen werden. Ein Tee aus Salbei lindert die Beschwerden recht zuverlässig. Sie können ihn auch zum Gurgeln verwenden. Übergießen Sie dafür 1 Teelöffel getrocknetes Kraut oder einige frische Salbeiblätter mit etwa 80 °C warmem Wasser, lassen abgedeckt 2 bis 5 Minuten ziehen und filtern dann ab. Tee aus frischem Salbei können Sie bis zu 10 Minuten ziehen lassen. Trinken Sie pro Tag 2 Tassen in kleinen Schlucken. Bei Bedarf können Sie den Tee mit etwas Honig süßen. Wer den reinen Salbeigeschmack nicht mag, mischt mit Kamille zu gleichen Teilen. Sie hemmt zusätzlich noch Entzündungen. Haben sich die Schmerzen nach 3 bis 4 Tagen nicht gebessert, sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen.
Als Gurgellösung bereiten Sie die doppelte Menge des Teerezeptes zu und spülen oder gurgeln mehrmals täglich mit dem warmen Aufguss.
Plagt Sie schon eine fieberhafte Erkältung, hilft ein Tee aus Lindenblüten. Er mildert den Hustenreiz bei Katarrhen der Atemwege und bringt gleichzeitig den Körper zum Schwitzen. Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel Lindenblüten mit siedendem Wasser und filtern Sie nach 5 Minuten ab. Trinken Sie davon mehrmals täglich 1 bis 2 Tassen.
Heilkräuter gegen Magen-Darm-Beschwerden
Bei Magenkrämpfen beruhigt ein Kamillentee, ein Tee aus Pfefferminze löst Verkrampfungen und wärmt. Bei Magendrücken und Völlegefühl greifen Sie besser zu einem Tee aus Wermut, der allerdings sehr bitter schmeckt. Auch Anis, Bohnenkraut, Fenchel, Kümmel, Melisse, Salbei und Schafgarbe lindern Magen- und Darmbeschwerden. Vergessen Sie nicht die Samen von Fenchel, Kümmel und Anis vor dem Aufbrühen zu zerstoßen, damit sich mehr Inhaltsstoffe im heißen Wasser lösen können.
Um bei Kamillentee eine ausreichend heilkräftige Wirkung zu erzielen, benötigen Sie pro Tasse mindestens 2 bis 3 Teelöffel. Die Kamillenblüten übergießt man mit heißem Wasser, lässt abgedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen und filtert dann ab. Bei Pfefferminze und Melisse reichen pro Tasse 1 bis 2 Teelöffel. Übergießen Sie diese Kräuter ebenfalls nur mit heißem Wasser und lassen Sie den Tee abgedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen. Für einen Tee aus Schafgarbe überbrühen Sie pro Tasse 2 Teelöffel mit heißem Wasser, lassen den Aufguss 10 Minuten ziehen und filtern durch ein Teesieb ab.
Bei Verdauungsproblemen können Sie einen Tee aus Monarda zubereiten.
Heilkräuter gegen Durchfallerkrankungen
Bei Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit. Nehmen Sie deshalb reichlich leicht gesalzenen Tee zu sich. Bei diesem Krankheitsbild greift man zu Heilpflanzen mit Gerbsäure, die stopfend und zusammenziehend wirken. Zu diesem Pflanzenkreis gehören Andorn, Bohnenkraut, Fenchel, Frauenmantel und Schafgarbe.
Für Fencheltee übergießen Sie 1 Teelöffel frisch gepresste Samen mit heißem Wasser, lassen abgedeckt 5 Minuten ziehen und filtern dann ab. Trinken Sie davon mehrmals täglich 1 bis 2 Tassen. So bereiten Sie auch Anistee zu, der allerdings 10 bis 15 Minuten ziehen muss. Ebenso hilft eine Teemischung aus Anis, Fenchel und Kümmel. Frauenmantel ist zur Unterstützung von unspezifischen Durchfallerkrankungen und Magen-
Darm-Störungen geeignet. Pro Tasse überbrühen Sie 2 bis 3 Teelöffel Kraut mit heißem Wasser, lassen 10 Minuten ziehen und gießen dann durch ein Teesieb ab. Trinken Sie davon täglich bis zu 3 Tassen zwischen den Mahlzeiten.
Honig oder Zucker?
Honig als Süßungsmittel ist viel älter als Zucker – schließlich kommt er gebrauchsfertig in der freien Natur vor und muss nicht erst in kompliziertem Herstellungsprozess aus Zuckerrohr oder -rüben bereitet werden.
Zu viel Zucker…
Trotz allen Warnungen und Kampagnen von verschiedenen Seiten nahm der Zuckerverbrauch in Deutschland in den letzten Jahren weiter zu. Er liegt im Moment bei 36 Kilogramm pro Person im Jahresdurchschnitt. Das bedeutet, dass jede Person etwa 100 Gramm Zucker pro Tag zu sich nimmt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind jedoch – eine ausgewogene Ernährungsweise vorausgesetzt – 60 Gramm Zucker die oberste Grenze des Vertretbaren.
… und relativ wenig Honig
Im Vergleich zum durchschnittlichen Zuckerverbrauch ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Honig relativ gering. Er liegt bei 1,4 Kilogramm im Jahr. Damit nimmt Deutschland trotzdem weltweit einen Spitzenplatz im Honigkonsum ein. Der Gesamtverbrauch an Honig liegt hierzulande bei mehr als 100.000 Tonnen im Jahr. Zu viel Zucker in der Ernährung und in Getränken ist einer der Hauptgründe für Karies. Laut Statistik leiden heute weit mehr als 80 Prozent der Bevölkerung an der Zahnfäule.
Die Klagen der Ärzte
Aber nicht nur für schlechte Zähne ist das Zuviel an Zucker verantwortlich. Mittlerweile hat jedes vierte schulpflichtige Kind Übergewicht, und gerade bei Kindern spielen dabei Süßigkeiten eine entscheidende Rolle. Auch die Zunahme von Stoffwechselerkrankungen wird von vielen Wissenschaftlern auf den überhöhten Zuckerkonsum zurückgeführt.
Zucker oder Honig -eine alte Streitfrage
Nachdem die Schädlichkeit von Zucker offensichtlich geworden war, entbrannte ein wahrer Glaubenskampf um den Honig, der von vielen als Zuckerersatz propagiert wurde. Dagegen machen viele Zahnärzte und Mediziner auf den hohen Zuckergehalt des Honigs aufmerksam. Sie schreiben dem süßen Bienenprodukt ähnlich starke kariogene Eigenschaften zu wie normalem Industriezucker. Einige Mediziner behaupten sogar, Honig sei aufgrund seiner Klebrigkeit noch schädlicher als Zucker.
Positive Erfahrungen mit Honig
Imker und Honigbefürworter verweisen dagegen auf langjährige Erfahrungswerte, die belegten, dass auch bei einem hohen Honigkonsum auf Dauer keine erhöhten Karieswerte feststellbar sind.
Honig – das gesündere Lebensmittel
In der Frage, ob Honig statt Zucker besser für die Zähne ist, besteht noch Klärungsbedarf. Unstrittig ist dagegen das Faktum, dass Honig das wesentlich gesündere Lebensmittel ist. Bienenhonig ist ein naturbelassenes Nahrungsmittel mit einem hohen Nährstoffgehalt, das besonders leicht verdaut werden kann.
Zucker-das Kunstprodukt
Dem normalen weißen Haushaltszucker werden dagegen schon bei der Verarbeitung fast alle natürlichen Stoffe entzogen: beispielsweise Zellulose, Eiweißstoffe, Mineralien und Spurenelemente. Er kann deshalb mit Recht als ein reines Kunstprodukt bezeichnet werden. Aber auch der – von vielen gepriesene – braune Zucker steht in der Nährstoffbilanz kaum besser da. Er besitzt jedoch immerhin noch einen sehr bescheidenen Gehalt an Vitamin Bi.
Tipp zum Süßen mit Honig
Wenn Sie Honig zum Süßen benutzen möchten, dann sollten Sie am besten Sorten mit einem geringen Eigengeschmack wie Kleehonig, Rapshonig oder Akazienhonig wählen. Blüten-Honige sind generell weniger würzig als Honige aus Honigtau.
Die wichtigsten Honigsorten
| Honigsorte | Farbe | Geschmack | Konsistenz |
| Akazienhonig | hellgelb | mild | sehr flüssig |
| Buchweizenhonig | braun | sehr würzig | cremig |
| Edelkastanienhonig | braun | aromatisch | zähflüssig |
| Eukalyptushonig | hell- bis dunkelbraun | würzig | flüssig |
| Heidehonig | bernsteinfarben | aromatisch bis herb | zähflüssig |
| Hyazinthenblütenhonig | hellgelb | aromatisch | zähflüssig |
| Kleehonig | weiß | mild | feincremig |
| Lavendelhonig | hellbraun | sehr aromatisch | feinkristallin |
| Lindenblütenhonig | grünlich gelb | aromatisch | kristallisiert nach einiger Zeit grob aus |
| Löwenzahnhonig | hellgelb | aromatisch | kristallisiert schnell aus |
| Orangenblütenhonig | goldgelb | Orangengeschmack | flüssig |
| Pinienhonig | dunkelbraun | würzig bis herb | zähflüssig |
| Rapshonig | weiß | sehr mild | cremig |
| Salbeihonig | hellbraun | würzig | flüssig |
| Sonnenblumenhonig | goldgelb | aromatisch | cremig |
| Tannenhonig | grünlich bis schwarz | harzig, würzig | flüssig |
Fastenunterstützende Tees
Rotbuschtee
Rooibos- oder Rotbuschtee kommt aus dem Süden Afrikas. Er enthält kein Koffein wie Schwarztee, auch kein Theophylin wie grüner Tee und verfügt deshalb auch nicht über deren anregende Wirkung. Der Tee stammt von den Rotbuschsträuchern aus der Pflanzenfamilie der Schmetterlingsblütler. Für die Herstellung werden die Zweige und Blätter zerkleinert, fermentiert und getrocknet. Mit der Fermentierung erhalten die Ast- und Blattstückchen ihre rötliche Farbe und entfalten aufgebrüht einen ganz eigenen süßen Geschmack. Rotbuschtee schmeckt nicht nur sehr gut, er tut auch gut. Im afrikanischen Süden trinkt man ihn bei Reizzuständen des Magens und des Darms, bei überschießenden allergischen Reaktionen sowie bei Schlafstörungen. Bestimmte Phenolkarbonsäuren in dem Heiltee wirken reiz- und entzündungshemmend auf die Schleimhäute des Magen- und Darmtrakts. Seine antiallergische Funktion verdankt er den Flavoproteinen. Und die schlaffördernde Wirkung ist auf das Fehlen anregender Stoffe zurückzuführen.
Arzneitees
Bei einer Saftfastenwoche sollte nicht nur hinsichtlich der Auswahl der Säfte Sorgfalt walten. Auch bei Tees sollte jenen Sorten der Vorzug gegeben werden, die das Saftfasten unterstützen, anregend auf den Stoffwechsel und harntreibend wirken und dadurch die Ausleitung von Stoffwechselabbauprodukten fördern.
Wie bei den Heilpflanzensäften sollte man auf qualitativ hochwertige Produkte Wert legen. Man erhält Arzneitees mit entsprechender Arzneimittelzulassung (z.B. Salus-Kräutertees) in Apotheken und Reformhäusern. Da es sich um hochwirksame Kräuterkompositionen handelt, müssen die Gegenanzeigen und Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel unbedingt berücksichtigt werden. Es sind vor allem vier Tees, die eine Saftfastenkur oder Saftfastenwoche unterstützen:
Blutreinigungstee
Er enthält Hagebutten mit Kernen, Blätter des Walnussstrauchs und der Birke, Blüten von Heidekraut und Wundklee, Schlüsselblumen und Malven, bitteren Fenchel und Wacholderbeeren. Der klassische Entschlackungstee regt den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten an, fördert die Hautdurchblutung und stärkt die Widerstandskraft des Organismus gegen Infektionen.
Hautreinigungstee
Die hochwirksame Mischung aus zerkleinerten Hagebutten mit Kernen, Birkenblättern, Salbeiblättern, Wacholderbeeren und Walnussblättern regt die Ausleitung von Stoffwechselschlacken an und führt zu einer besseren Hautdurchblutung.
Magen-Darm-Tee
Seine Hauptbestandteile – Lindenblätter, Kamillenblüten, bitterer Fenchel, Eibischblätter, Pfefferminzblätter, Anis und Korianderfrüchte – regen die Bildung von Verdauungssäften und die Darmbewegung an. Der Arzneitee beugt Blähungen und Völlegefühl vor.
Wassertreibender Tee
48 Prozent dieses Tees bilden stark diuretisch wirkende Birkenblätter; Schachtelhalmkraut, Lemongras, Wacholderbeeren und Ruhrkrautblüten stellen den Rest dar. Durch den Tee werden Harnbildung und Harnausscheidung verstärkt und dadurch eine Entwässerung und Anregung des gesamten Stoffwechsels erzielt.
Tipp: Sieben-Kräuter-Fastentee ist eine wohlschmeckende, erfrischende Kräuterteemischung aus Pfefferminze, Goldrutenkraut, Schachtelhalmkraut, Lemongras, Birkenblättern, Brennnesselkraut und Mateblättem. Aufgrund seiner ausleitenden und stoffwechselanregenden Wirkung rundet dieser Tee jede Diät oder Saftfastenkur ab.
Zitroneneis selbst gemacht
Zutaten: 1/4l Wasser, 100 g Puderzucker, 3 EL klarer Honig, Saft und Schalen von 6 Zitronen, 5 Pfefferminzzweige
Zubereitung: Bringen Sie das Wasser zum Kochen, geben Sie Puderzucker und Honig in einen Topf, und gießen Sie unter ständigem Rühren das siedende Wasser dazu, bis beides vollständig aufgelöst ist. Mischen Sie unter ständigem Rühren den Zitronensaft und die abgeriebenen Schalen darunter. Füllen Sie die Masse in eine Glas- oder Porzellanschale, und stellen Sie diese ins Kühlfach, bis die Mischung zäh gefroren ist. Nehmen Sie sie dann noch einmal heraus, rühren Sie sie gut durch, und lassen Sie sie danach bis zur endgültigen Eiskonsistenz gefrieren. Mit den Blättern der Pfefferminzzweige garniert servieren.
Zitronencreme (für 4 Personen)
Zutaten: 5 Zitronen, 6 Blatt weiße Gelatine, 4 EL heißes Wasser, 100 g Zucker, 2 Eigelbe, 250 g süße Sahne
Zubereitung: Reiben Sie zuerst die Schalen von 2 Zitronen ab, und pressen Sie danach alle Zitronen aus. Lösen Sie die Gelatine im Wasser auf. Wärmen Sie den Zitronensaft in einem Topf etwas an, rühren Sie die geriebenen Zitronenschalen und den Zucker ein, bis er vollständig aufgelöst ist. Gießen Sie den Zitronensaft in eine Rührschüssel, geben Sie die Eigelbe zu, und schlagen Sie das Ganze mit dem Schneebesen oder Handrührgerät schaumig. Streichen Sie die Gelatine durch ein Sieb, und rühren Sie sie in die Zitronen-Ei-Mischung. Als letztes schlagen Sie die Sahne steif und mengen sie unter. Lassen Sie die Creme vor dem Servieren im Kühlschrank gut kalt werden.
Zitronenmarmelade
Zutaten (für 1 großes Marmeladenglas): 4 mittelgroße bis große unbehandelte Zitronen, 300 ml Wasser, 125 g normaler Haushaltszucker, 125 g Gelierzucker
Zubereitung: Waschen oder bürsten Sie die Zitronen unter warmem Wasser gut ab. Schneiden Sie die Früchte in dünne Scheiben, und entfernen Sie die Kerne. Zerkleinern Sie die Scheiben in Stücke, und geben Sie diese mit dem Wasser in einen Topf. Bringen Sie das Wasser zum Sieden, und lassen Sie die Mischung kochen, bis die Schalen der Zitronenstücke weich sind. Anschließend nehmen Sie das Ganze von der Kochstelle und rühren den Haushaltszucker und den Gelierzucker darunter. Stellen Sie den Topf noch einmal auf die Kochstelle, und lassen Sie die Zitronenmarmelade bei kleiner Hitze etwa 10 bis 15 Minuten lang sprudelnd kochen, bis sie etwas eingedickt ist.
Füllen Sie die Marmelade noch heiß in ein sauberes Glas. Geben Sie den Deckel oder einen anderen Verschluss darauf, lassen Sie die Marmelade 1 Stunde lang abkühlen, und bewahren Sie sie im Kühlschrank auf. Täglich zum Frühstück ein Brot oder Brötchen mit Zitronenmarmelade versorgt Sie gleichzeitig mit den Nährstoffen der Frucht und mit reichlich Pektinen aus den Schalen der Zitronen.







